Archiv für den Autor: Ergoadmin

Wohlfühlen am Arbeitsplatz

Die Ergonomie am Arbeitsplatz soll letztendlich zum Ziel haben, die Gesundheit der Arbeitskräfte zu erhalten und sie bestenfalls zu fördern. Damit geht einher, dass sich die Mitarbeiter während der Bürozeiten an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen können. Um dieses Wohlfühlen erreichen zu können, können verschiedenste Maßnahmen ergriffen werden. Grundlegend ist dabei natürlich, dass Bürostühle und Schreibtische an die körperlichen Gegebenheiten, wie etwa Größe, jedes Angestellten angepasst werden können.

Darüber hinaus spielen aber viele weitere Faktoren, wie etwa Licht und Raumklima, eine große Rolle hinsichtlich des Wohlfühl-Aspekts. Letztlich ist aber ein wohlgesonnenes Miteinander der Kollegen untereinander sowie auch zwischen Angestellten und Führungskräften für eine gute Stimmung am Arbeitsplatz und den entsprechenden Wohlfühl-Faktor entscheidend.

file4681263246167Pausen, die gemeinsam verbracht werden, eine gerechte Arbeitsverteilung, ein kollegialer Umgang, regelmäßiges Feedback und ähnliche Maßnahmen können gegebenenfalls sogar dazu beitragen, räumliche Defizite, wie etwa schlechte Lichtverhältnisse, abzufangen.

Gewinn für den Arbeitgeber

Dass die Mitarbeiter sich am Arbeitsplatz wohlfühlen können, trägt nicht nur erheblich zu deren langfristiger Gesundheit bei, sondern steigert die Motivation und Leistungsfähigkeit jeden Tag aufs Neue. Letztendlich profitieren also beide Seiten von der Ergonomie am Arbeitsplatz: Die Mitarbeiter fühlen sich wohl und werden leistungsfähiger – und der Arbeitgeber schließlich profitiert von ebendieser gesteigerten Leistungsfähigkeit und Motivation seines Teams.

Checkliste für einen ergonomischen Arbeitsplatz

file4741281776353Die Ergonomie am Arbeitsplatz definiert sich über verschiedene Einflussfaktoren, die de Erhalt der Arbeitskraft aller Angestellten dienen – und bestenfalls sogar deren Gesundheit fördern sollen.

So zählen der Bürostuhl, die Einstellungen des Bildschirms, ergonomisch geformtes Arbeitsgerät, das Raumklima und viele weitere Gegebenheiten zu ebendiesen Faktoren.

Die folgende Checkliste hilft dabei, die Ergonomie am Arbeitsplatz zu fördern:

Raumbedingungen:

  • Fenster rechts und/oder links der Arbeitsplätze
  • Lichtquellen entweder seitlich vom Monitor oder direkt über dem Monitor
  • Gleichmäßige Ausleuchtung des Büros (soweit möglich mit natürlichem Licht)
  • Kann ein Sonnenschutz ausgefahren werden?
  • Sind die Fenster kippbar?
  • Ausreichend Platz für Grünpflanzen?
  • Kann gegebenenfalls ein Luftbefeuchter aufgestellt werden?

Bildschirmeinstellungen:

  • Zum Lesen der höchsten Zeile des Monitors darf der Kopf maximal um 35° geneigt werden
  • Hinter dem Bildschirm sollte sich eine Wand ohne Fenster befinden
  • Bildschirm sollte nicht seitlich, sondern gerade vorm Mitarbeiter stehen
  • Eigene Anpassungen der Einstellungen (Schriftgröße, Helligkeit, Kontrast) müssen möglich sein
  • Schwarze Schrift auf weißem Grund verwenden
  • Zum Abtippen von Dokumenten sollte ein spezieller Halter neben dem Bildschirm aufgestellt werden

Tastatur & Maus

  • Arme beim Tippen im rechten Winkel zum Oberkörper
  • Tastatur (ohne Armunterlage) max. 3 cm hoch
  • Vor der Tastatur: 5-10 cm Platz zur Ablage der Handballen
  • Tasten sollten leicht zu drücken sein
  • Ergonomische Maus oder Handballenauflage verwenden
  • Unterarm sollte bei der Bedienung der Maus auf dem Tisch aufliegen

Schreibtisch

  • Ausreichend Arbeitsplatz schaffen
  • Unterarme sollten auf Tisch aufliegen
  • Ablagesystem für Unterlagen verwenden
  • Scharfe Kanten und Ecken ggf. abkleben
  • Ideale Höhe der Tischplatte: ca. 75 cm
  • Telefon in Griffweite
  • Keine überflüssigen Utensilien auf dem Tisch

Bürostuhl

  • Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel: 90°
  • Füße auf dem Boden (ggf. Fußstütze nutzen)
  • Rollen an Bodenbelag anpassen (Laminat: weiche Rollen, Teppich: harte Rollen)
  • Höhenverstellbarkeit
  • Flexible Rückenlehne
  • Federung
  • Verstellbare Armlehnen

Büroeinrichtung

  • Sie sollte tadellos funktionieren (keine klemmenden Schubladen, etc.)
  • Jede Ablagefläche sollte bequem erreichbar sein (ggf. mit sicherem Hocker)

Weitere Tipps für die Verbesserung der Ergonomie:

  • Regelmäßige Übungen zur Entspannung der Augen
  • Regelmäßige Bewegung/Auflockerungsübungen
  • Regelmäßiges Verändern der Sitzposition
  • Telefonhörer nicht zwischen Kopf und Schulter klemmen
  • Regelmäßig Pause machen
  • Beine nicht übereinanderschlagen (Das hemmt die Durchblutung)
  • GGf. Sehhilfe tragen

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen

Die Ergonomie umfasst einen weit größeren Bereich als nur den, der richtigen Ausstattung des Arbeitsplatzes mit Mitteln, die die Gesundheit fördern – wie etwa einem hochwertigen Bürostuhl. Auch weitere Faktoren, wie etwa Licht, Raumklima, Pflanzen im Büro und weitere, können die Arbeitsatmosphäre positiv beeinflussen – und somit nicht nur zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit und Motivation der Mitarbeiter beitragen, sondern auch zu dessen besserer Gesundheit.

Pflanzen am Arbeitsplatz

4593_city_flowersPflanzen am Arbeitsplatz sollten unbedingt gestattet werden, denn sie wirken wie natürliche Filter im Büro, die zum Beispiel die Strahlung, die von Computer und anderen Elektrogeräte ausgeht, absorbieren. Zudem erhöhen sie den Sauersstoffgehalt in der Raumluft und verhindern damit, dass die Angestellten schnell ermüden.

Lediglich die Frage nach der Versorgung der Pflanzen kann zum Stressfaktor werden – deshalb sollte er frühzeitig und einvernehmlich geklärt werden. Ein Versorgungsplan, der gut sichtbar im Büro aufgehängt wird, kann dabei behilflich sein.

Licht am Arbeitsplatz

Nach Möglichkeit sollten Büroräume Tageslicht durchflutet sein. Künstliches Licht sondert ebenfalls elektrische Strahlung aus, wenn auch im geringen Umfang – die auf Dauer jedoch beispielsweise Kopfschmerzen verursachen kann. Tageslicht-Büros hingegen tragen dazu bei, dass der natürliche Biorhythmus der Mitarbeiter unterstützt wird, Sonnenlicht fördert dabei auch die Ausschüttung so genannte Glücks-Hormone, die die Angestellten motivierter ans Werk gehen lassen.

Weitere Faktoren

Darüber hinaus sollte den Mitarbeiter die Gelegenheit geboten werden, sich von Zeit zu Zeit zu bewegen. Ein Wasserspender im Büro, eine kleine Küche, in der frischer Kaffee geholt werden kann oder ein zentral gelegener Kühlschrank, aus dem die Angestellten sich mit Getränken versorgen dürfen – solche Einrichtungen fördern, wenn auch nur im geringen Maße, die Bewegung der Mitarbeiter. Auch damit kann Kreuzschmerzen und Verspannungen vorgebeugt werden. Erste Unternehmen setzen zudem bereits auf Ruheräume, in denen „Power-Nickerchen“ in den Pausen gehalten werden können. Ein Schläfchen von nur 15 Minuten kann sehr viel neue Energie für den Rest des Tages bringen.

Das Raumklima im Büro

Neben dem richtigen Einstellen von Bürostühlen und ergonomisch geformten Möbeln und Büroequipment spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle für die Ergonomie am Arbeitsplatz, so etwa auch das Raumklima im Büro. Entscheidend sind diesbezüglich gleich mehrere Faktoren, so etwa die Temperatur im Büro, die Luftfeuchtigkeit, die Luftzirkulation – und abschließend das umfassende Feld der Luftqualität im Allgemeinen.

Die Raumtemperatur im Büro

1402769_dynamic_corner_houseDie optimale Raumtemperatur im Büro liegt bei mindestens 20° C und bei maximal 26° C, die jeweilige Endtemperatur hängt jedoch von den Witterungsbedingungen und den Jahreszeiten ab. Generell sollte ein Richtwert von ca. 22° C eingehalten werden, bei dieser Temperatur fühlt der Körper sich wohl, die Konzentration und die Energie können voll auf die Arbeit gerichtet werden, da der Körper nicht damit beschäftigt ist, Energie zum Aufwärmen oder Abkühlen seiner selbst aufzubringen. Auch bei heißen Außentemperaturen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es innen nicht wärmer als 26° C ist.

Luftfeuchtigkeit im Büro

Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 50%, sie sollte jedoch 30 % nicht unter- und 65% nicht übersteigen. Vor allem im Falle einer zu geringen Luftfeuchtigkeit kann es zu verschiedenen körperlichen Beschwerden der Mitarbeiter kommen, wie etwa zu Kopfschmerzen. Ein eindeutiger Indikator für zu trockene Büroluft sind elektrische Schläge, die etwa von Computern und ähnlichen Geräten auf die Mitarbeiter übertragen werden.

Die Luftzirkulation/-geschwindigkeit im Büro

Auch darauf, dass frische Luft nicht zu schnell durch das Büro sausen kann, sollte geachtet werden. Gerade zu hoch eingestellte Klimaanlagen oder offene Fenster können zu einem Zug führen, der bei den Mitarbeitern beispielsweise Nackenschmerzen verursachen kann. Die Luftgeschwindigkeit im Büro sollte deshalb 0,2 m/s nicht übersteigen.

Die Luftqualität im Büro

Darüber hinaus können verschiedene andere Faktoren das Raumklima im Büro stören, dazu zählen etwa Zigarettenrauch, Keime und Bakterien zur Erkältungszeit oder auch Ozon, das von Druckern und Kopierern freigesetzt wird. Generelle Richtwerte gibt es hier aufgrund aufwendiger Messverfahren jedoch kaum, es kann jedoch beachtet werden, dass die CO2-Konzentration im Büro 0,1 Vol.% nicht übersteigen sollte.

Stoßlüften

Zur Verbesserung des Raumklimas kann ein mehrmaliges Stoßlüften pro Tag beitragen – die Fenster sollten dann jedoch maximal 10 Minuten geöffnet bleiben. So wird auch in den Wintermonaten keine Energie verschwendet und das Raumklima kann deutlich verbessert werden.

Die richtige Einstellung des Bürostuhls

Im Bereich der Ergonomie am Arbeitsplatz, insbesondere natürlich bei Büro-Arbeitsplätzen, ist die richtige Einstellung des Bürostuhls eine der grundlegenden Vorkehrungen, die für einen gesunden Rücken getroffen werden sollten. Ist der Bürostuhl richtig eingestellt, kann die Wirbelsäule ihrem natürlichen Verlauf folgen, das Becken und die Lendenwirbel bleiben beweglich und Verspannungen im ganzen Rücken – bis hinauf zum Nacken – kann vorgebeugt werden.

Eine falsche Einstellung des Bürostuhls hingegen kann zu chronischen Verspannungen und sogar bis hin zum Bandscheibenvorfall ausfallen. Das bedeutet nicht nur große Schmerzen für den Arbeitnehmer, sondern auch einen Verlust der Arbeitskraft für den Arbeitgeber. Die Ergonomie am Arbeitsplatz ist deshalb für beide Seiten von großem Interesse.

So stellt man den Bürostuhl richtig ein

483868_leather_chairGrundlegend ist die richtige Einstellung des Bürostuhls von der Größe des jeweiligen Mitarbeiters abhängig, so sollte der Stuhl höhenverstellbar sein, um ihn der Körpergröße anpassen zu können. Die Anpassung sollte so erfolgen, dass 2 90°-Winkel das Sitzen bestimmen: Zum einen sollte der Winkel zwischen Rücken und Oberschenkel – und des weiteren der zwischen Ober- und Unterschenkel jeweils 90° betragen. Die Füße sollten dabei den Boden erreichen, ist das nicht möglich, sollte eine flache Fußbank untergestellt werden. Darüber hinaus beeinflussen folgende Faktoren die richtige Einstellung des Bürostuhls:

  • Kopf: 40-60cm vom Bildschirm entfernt
  • Blick: Der Blick geht bei gerader Kopfhaltung zum oberen Bildschirmrand, der maximale Blickwinkel sollte bei maximal 45° liegen, ohne den Kopf dazu zu stark neigen zu müssen
  • Arme: Die Unterarme liegen parallel zu den Oberschenkeln
  • Hände: Die Hände treffen als gerade Verlängerung der Arme und ohne Neigung auf die Tastatur
  • Rücken: Der optimale Bürostuhl unterstützt die Lendenwirbelsäule

Es kann hilfreich sein sich vorzustellen, der oberste Punkt des Hinterkopfes würde wie bei einer Marionette leicht nach oben gezogen. So streckt man die Wirbelsäule und ermöglicht ihr eine natürliche Haltung.